Kategorie: Liebeskummer

  • Erste Hilfe für die Seele

    Du hast die Affäre deines Partners entdeckt. Zufällig oder auch nicht, wer weiss das schon. In dir kocht, brodelt und wütet es. In deiner Brust wird ein Messer mehrmals hin- und her gedreht, ganz langsam, damit es auch richtig weh tut. 

    Auf die Schockstarre folgt der Wunsch nach Aktionismus – aber welche Aktion eigentlich? Was ist richtig in dieser Lebenslage? Schließlich hast du dich darauf nicht vorbereitet. Niemand geht davon aus, dass einem das passieren könnte. Obwohl die statistische Wahrscheinlichkeit recht hoch ist. Aber es geht auch niemand davon aus, in einen Unfall verwickelt zu werden, wenn er morgens sein Auto besteigt. In der Führerscheinausbildung muss man immerhin einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Auch wenn sich wahrscheinlich nur mehr wenige Verkehrsteilnehmer mehr als vage daran erinnern könne.

    Aber jetzt ist es tatsächlich passiert. Die selbsterfüllende Prophezeiung kann es also nicht gewesen sein. Aber gibt es das überhaupt? Einen Erste-Hilfe-Kurs für die Seele? 

    Mangels Vorbereitung bist du jetzt auf andere Ersthelfer angewiesen. Wie auch bei den körperlichen Themen sind manche dafür besser geeignet als andere. Aber bei der seelischen Erste-Hilfe kommt noch ein weiterer Komplexitätsgrad hinzu. Während die menschlichen Körper bis auf Äußerlichkeiten eher ähnlich aufgebaut sind – das Herz ist meist an der selben Stelle zu finden für die Massage und der Mund für die Beatmung auch – ist die Seele ein weiteres Feld. Man weiß ja noch nicht einmal wirklich, was das eigentlich genau ist und wo das sitzt. Und obwohl es durchaus Parallelen gibt, sind die seelischen Empfindungen noch breiter gefächert als die körperlichen Reaktionen.

    Somit wären als seelische Ersthelfer wohl jene geeignet, die einem möglichst ähnlich sind. Das kann bei Freundinnen durchaus der Fall sein. Andererseits verbinden uns Freundschaften oft mit Menschen aus alten Zeiten, oder auch um das eigene Selbst zu ergänzen. Diese Freundin weiß dann vielleicht nicht, wo genau der Knopf ist, der jetzt auf welche Weise gedrückt werden muss. Sie schließt – wie die meisten Menschen – von sich auf andere. Es ist wie der Telefonjoker oder die Publikumsbefragung bei der Millionenshow. Die Antwort kann richtig sein oder auch nicht. 

    Echte Freundinnen werden in dieser Lebenslage mit ehrlich gemeinter seelischer Unterstützung zur Seite stehen. Aber gut gemeint ist ja bekanntlich nicht immer gut. Jetzt können Äusserungen kommen wie „Dieser Scheißkerl hat dich doch gar nicht verdient.“ Dieser Satz kann objektiv gesehen richtig sein, aber trotzdem nicht der richtige für dich – vielleicht willst du ja verzeihen, der Liebe noch eine Chance geben? „Du wirst den Mistkerl doch wohl nicht zurück nehmen!“, „Du hast doch auch deinen Stolz“, und weitere Ratschläge gehen in die ähnliche Richtung. 

    In der ersten Phase kann Wut ein durchaus wertvolles Gefühl sein und gemeinsam mit den Freundinnen zu wüten tut besonders gut. Geteilte Wut ist doppelte Wut und viel hilft viel. Aber irgendwann ist vielleicht genug gewütet und du willst diese Phase verlassen, reflektieren, vielleicht auch gewisse Anteile bei dir suchen, dass es überhaupt so weit gekommen ist.

    Gesellschaftliche Erwartungen können in alle Richtungen wirken. Früher wurde von Frauen erwartet, Affären ihres Mannes stillschweigend zu dulden. Aus wirtschaftlichen Gründen blieb ihnen meist auch nichts anderes übrig. Scheidungen waren etwas für Hollywood-Stars.

    Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert. Trotzdem kann gesellschaftlicher Druck immer noch wirken, wenn auch manchmal in die andere Richtung. Von einer emanzipierten Frau wird erwartet, den untreuen Scheißkerl zu verlassen. Auch wenn sie das vielleicht gar nicht möchte. 

    Neben den Freundinnen gibt es noch die professionellen Ersthelfer für seelische Beeinträchtigungen aller Art. Die sollten doch eigentlich Bescheid wissen über die unterschiedlichen Bedürfnisse und wie sie zu stillen sind. Meine Erfahrungen damit gehen sehr weit auseinander. Nun darf man ja von einem Seelenklempner keine handfesten Gebrauchsanleitungen erwarten. Ein hilfreiches Zitat einer Therapeutin versuche ich heute noch in mir wirken zu lassen: „Wer das Problem hat, hat die Lösung.“ Tief in mir weiß ich bereits, was zu tun ist. Ich muss dieses Wissen nur frei legen. Das ist umso schwerer, je mehr es von Ratschlägen zugeschüttet wird, so gut gemeint die auch sein mögen. 

    Andererseits habe ich auch durchaus konkrete Vorschläge bekommen. Hilfreiche, die ich nicht befolgt habe. Zum Beispiel zu lernen, mir selbst genug zu sein. Statt dessen habe ich nach meiner Trennung sofort zu daten begonnen. Mein angeknackstes Selbstbewusstsein wollte unbedingt aufpoliert werden und das versprach ich mir von männlicher Bewunderung.

    Der Vorschlag, bei dem es mir heute noch kalt über den Rücken läuft, kam von einem Paartherapeuten. Wir hatten ihn aufgesucht, als die Affäre ans Licht kam, ich um die Ehe kämpfen wollte. „Gönnen Sie ihrem Mann in der nächsten Zeit zwei Frauen, wenn Sie das können.“ Und zu dem untreuen Ehemann: „Und Sie genießen es in nächster Zeit, zwei Frauen zu haben.“

    Dass ich darauf eingegangen bin, kann ich heute nur auf meinen damaligen seelischen Ausnahmezustand zurückführen. Und es hat mir auch keineswegs geholfen. Es war, wie wenn man bei einer Herzmassage zur Ersten Hilfe die Rippen bricht und damit dem Wiederzubelebenden in die Lunge sticht, nachzulesen in meiner Geschichte „Trennung al dente“.

  • Schreiben oder nicht schreiben?

    Die beiden Seelen in meiner Brust driften so weit auseinander, ich fühle mich zum Zerreissen gespannt. Was tun? Fahren oder nicht fahren? Warum habe ich mich überhaupt angemeldet damals? Ich habe doch gar nichts Bedeutsames zu sagen über mein Leben? Und hier kann ich in dieser Zeit nun wirklich Bedeutsames leisten. Ich kann meine Ehe retten.

    Gerade hat mein Mann sich bereit erklärt, die Affäre zu beenden und bei der Familie zu bleiben. Wenn ich jetzt nach Wien fahre, wird er mir das vielleicht wieder als Eheverfehlung ankreiden?

    Aber was noch viel schlimmer ist: Wenn ich jetzt wegfahre, hat DIE ANDERE freie Bahn. Vielleicht trifft er sie dann doch wieder? Andererseits. Kann ich das verhindern, wenn ich hier bleibe? Ich kann ihn doch nicht auf Schritt und Tritt bewachen? Wenn ich das könnte, wäre das doch gar nicht erst passiert. Es ist allerdings auch passiert, weil ich mich in einer falschen Sicherheit wähnte. Es gibt keine Sicherheit, schon gar nicht in Beziehungen. 

    Es hatte meiner Seele solchen Auftrieb gegeben, als ich das Schreiben entdeckt hatte. Besonders nach dem Dämpfer in meinem Job. Angefangen habe ich mit ein paar kleinen Übungen aus dem Buch von Julia Cameron. Plötzlich hat es mich gepackt und ich wusste: ich muss schreiben. Abends, wenn die Kinder im Bett waren, saß ich im Kerzenschein auf der Terrasse und versank in mein Tun. Im Nachhinein gesehen hätte ich lieber mit meinem Mann im Bett versinken sollen. Hinterher ist man immer klüger. 

    Andererseits. Warum muss ich auf diesen Tanz meiner Seele verzichten? Warum kann ich nicht alles haben? Ich leiste in meinem Job, kümmere mich liebevoll um meine Kinder, und wenn dann nur mehr Zeit für eines bleibt, dann für die Rolle als Ehefrau? Ich habe sogar schon den Sport herunter gefahren für das Schreiben, mache nur mehr kleine Spaziergänge, die der Inspiration dienen. Und trotzdem habe ich meinen Mann offensichtlich vernachlässigt. Den Haushalt auch. Sagt er jedenfalls. Also hier bleiben und alle Versäumnisse nachholen?

    „Ein eigenes Zimmer“, wie Virginia Woolf es fordert, habe ich sogar. Es dient allerdings meiner Erwerbsarbeit im Homeoffice, wenn die Kinder krank sind oder sonstige Notfälle anstehen. Durch die Erwerbsarbeit habe ich sogar ein eigenes Einkommen, wie Virginia Woolf es ebenfalls fordert. Theoretisch wäre ich dadurch frei, unabhängig von einem Mann. Aber bin ich das wirklich? 

    Nein, das bin ich nicht. Weder finanziell, weil mein Teilzeitgehalt nicht die Familie ernähren könnte.  Dazu müsste auch meine Care-Arbeit für die Kinder bezahlt werden. Und schon gar nicht emotional. Sonst würde ich jetzt nicht mit dem Gedanken spielen, mein verlängertes Schreib-Wochenende in Wien abzusagen, damit mein Mann sich von seiner Geliebten fern hält. Was ich genau betrachtet auch mit einer Anwesenheit nicht verhindern kann.

    Also hole ich mir jetzt ein kleines Stück meiner Freiheit zurück und fahre nach Wien. Ich wohne bei einer alten Freundin und das ist schon ein großer Teil des Balsams, den dieses Wochenende auf meine Seele streichen wird. Endlich habe ich Gelegenheit mein Herz auszuschütten. 

    Und dann, endlich, beginnt der Workshop. Ich bin ein wenig aufgeregt. Die anderen Themen aus meinem Leben, die ich überlegt hatte, als Schreibstoff mitzubringen, erscheinen mir jetzt im Lichte meiner neuen Erlebnisse fad und schal. Aber über das Unaussprechliche zu schreiben, das vor einer Woche passiert ist? Gut, diese Hürde habe ich schon mit den Einträgen in mein Tagebuch genommen. Aber diese handschriftlichen Einträge kann ich danach nicht einmal selbst lesen. Hier wird ja nicht nur geschrieben, sondern auch vorgelesen, geteilt, kommentiert. Werde ich dazu in der Lage sein, ohne in Tränen auszubrechen? Ich werde das dann einfach ganz spontan entscheiden, wenn ich die Gruppe kennen gelernt habe.

    Wir sitzen um einen großen Tisch versammelt und stellen uns vor. Sofort fühle ich: Diesen empathischen Schreibenden kann ich meine Seele öffnen. Hier fühle ich mich aufgehoben. Hier bin ich vielleicht auch nicht allein mit meinem Leid. Auch andere Menschen erleben Unerfreuliches. Und das Leben bietet sicher noch Schlimmeres als eine aufgeflogene Affäre. Ich werde also darüber schreiben. Ana führt den Workshop auf so einfühlsame Weise, dass es mir geradezu leicht fällt, die Anfangsszene zu schreiben. Dass ich dadurch noch einmal erlebe, wie ich meinen Mann mit der Tatsache konfrontiere, macht es nicht schlimmer, im Gegenteil. Wut und Schmerz fließen aus meinem Kugelschreiber auf das Papier und sind dann dort gebannt, zumindest für eine kurze Zeit. 

    Für die Feedbackrunde lese ich mit zitternder Stimme meinen Text vor. Es werden die Bilder besprochen, die ich verwendet habe, diskutiert, ob und welche Gefühle durch bestimmte Wörter ausgelöst werden. Und mein Erstaunen setzt sich fort. Durch dieses Besprechen meines Textes auf der formalen Ebene scheint sich auch das Problem auf eine formale Ebene zu bewegen. Es ist jetzt nicht mehr der größte Schmerz meines Lebens, es ist Stoff für ein Buch. Zumindest in diesem Augenblick in dieser Gruppe. Und ich bin für jeden Augenblick dankbar, in dem der Schmerz mich so weit verlässt, dass er Raum lässt für Anderes, Schönes in meinem Leben.

    Ich frage Ana nach dem richtigen Zeitpunkt für das Aufschreiben einer schmerzhaften Geschichte. 

    „Wenn es noch ganz frisch ist, hat es den Vorteil, dass man es noch mit sehr viel Emotion beschreiben kann kann. Der Nachteil: man hat vielleicht nicht immer ausreichend Distanz zum Geschehen.“

    Ich lasse die Worte auf mich wirken. Und schreibe weiter mein Tagebuch. Letztendlich entscheidet das Leben für mich, wann ich das Buch schreibe. Als ich mich auf das zweite Workshop-Wochenende vorbereiten möchte, bin ich plötzlich Alleinerzieherin. Nicht eine Alleinerzieherin, die diese Rolle mal für ein Wochenende abstreifen und nach Wien fahren könnte, sondern ausschließlich. Ich bekomme Unterlagen und Aufgaben vom zweiten Workshop-Teil per mail und drucke alles aus.

    In dieser Mappe liegt es dann für die nächsten zwölf Jahre. Und als der richtige Zeitpunkt gekommen ist, packe ich es wieder aus und beginne zu schreiben.

    Daraus entsteht mein Buch Trennung al dente, das am 1. Juli 2025 erscheint.

    Anas Memoir-Workshop hat sich mittlerweile zu einem Lehrgang entwickelt.

  • Affäre entdeckt – was jetzt?

    Du bist verzweifelt. Gedemütigt. Hilflos. Ratlos. Wütend. Würdest am liebsten alles kurz und klein schlagen oder zumindest ein Glas an die Wand werfen. So wie ich es gemacht habe, nachdem ich die Affäre meines Mannes entdeckt habe. Oder dich vor der Welt verkriechen, nicht mehr vorhanden sein, in eine tiefe Ohnmacht fallen und wie Dornröschen erst wieder aufwachen, wenn der Prinz dich in ein neues Leben erweckt. Aber leider. Nichts von alldem ist möglich. Das Zerdeppern von Geschirr natürlich schon, aber es ändert nur marginal etwas ein deiner Situation. Im besten Fall ist ein klein wenig Wut entwichen und das Aufsammeln der Scherben – das dir wahrscheinlich auch nicht erspart bleibt – hat dich vielleicht ein wenig beruhigt. Eine alltägliche Verrichtung kann helfen, wenn im eigenen Universum grad kein Stein auf dem anderen zu bleiben scheint. 

    Du kannst gerade keinen klaren Gedanken fassen und die Instinkte, die gerade die Kontrolle über dich übernommen haben, sind auch nur mäßig hilfreich. Irgendwann fragst du dich: was tun? Das hängt natürlich auch ein wenig von der Situation ab. Bist du zu Hause und hast die Wahrheit anhand von Indizien herausgefunden? Dann kannst du jetzt erst einmal deine ganze Wut entweichen lassen, wenn dir danach ist. Es sei denn, deine Kinder sind bei dir. Dann ist das vielleicht keine so gute Idee und du musst das Wüten verschieben. Keine leichte Aufgabe, aber als Mutter ist man ohnehin ständig mit Herausforderungen konfrontiert.

    Oder hat dein Partner gerade gebeichtet? Freiwillig oder nachdem du ihm den Seitensprung aufgrund einer Vermutung unterstellt hast, in der Hoffnung er könne es glaubhaft widerlegen? Dann hängt deine Reaktion von deiner Strategie ab. Wenn du überhaupt in der Lage bist, dir eine solche zu überlegen. Und es hängt vor allem von deiner Persönlichkeit ab. Bist du ein impulsiver Mensch, dann wirst du jetzt vielleicht trotzdem oder gerade wegen der Anwesenheit deines Partners das Weinglas werfen. Entweder im Affekt und ohne bestimmte Richtung, oder vielleicht sogar in seine Richtung? Dann kann er hoffentlich noch rechtzeitig ausweichen. 

    Oder bist du ein ruhiger, beherrschter und trotzdem neugieriger Mensch, dann fragst du ihn jetzt vielleicht nach dem Warum. Oder dem Mit wem. Oder dem Wie lange schon. Willst versuchen, Erklärungen für das absolut Unerklärliche, Unverständliche zu finden.  

    Oder dein Stolz und deine Selbstachtung verbinden sich zu einem Knäuel mit deiner Wut und das Gefühlsgemisch bahnt sich einen Weg von deinen Eingeweiden in dein Sprachzentrum und heraus kommt ein einziges Wort: „Raus!“ Je nach Temperament und Umständen läufst du zu seinem Kleiderschrank, greifst wahllos ein paar Klamotten und wirfst sie schwungvoll hinterher, sofern der Verursacher deiner Wut wunschgemäß den Rückzug angetreten hat.

    So viele und noch viel mehr Möglichkeiten gibt es, auf die Entdeckung eines Seitensprunges zu reagieren und dabei haben wir noch gar nicht die Strategie des Verursachers dieser Seelenpein mit berücksichtigt. Versucht er zu leugnen? Das kann deine Wut anfeuern. Es kann dich aber auch beruhigen, wenn du gerne beruhigt werden möchtest. Ist er vielleicht erleichtert über die Entdeckung, weil sie ihm die Möglichkeit gibt, offen zur „Anderen“ zu stehen? Was wiederum deine Wut befeuern kann oder auch deinen Wunsch nach sofortiger und nachhaltiger Bewusstlosigkeit. Oder vielleicht macht sich auch Erleichterung in dir breit, weil du ohnehin nicht mehr glücklich warst und dir jetzt die Entscheidung abgenommen wird?

    Jede Beziehung ist anders, jeder Mensch ist anders. Aber sie alle eint der Schmerz, der mit so einer Enthüllung verbunden ist. In den sich mal schneller, mal erst nach längerer Zeit auch wieder Freude auf Neues mischt. Entweder mit dem eigenen Partner, wenn die Beziehung diese Stürme übersteht oder danach wieder aufgebaut werden kann. Oder mit neuem Partner oder auch nur einfach mit sich selbst als bester Freundin.

    Viele dieser Szenarien habe ich selbst erlebt. Ich war Betrogene und Betrügende, ich habe ein Weinglas an die Wand geworfen und meinen Mann aus dem Haus. Von all dem handelt mein Buch „Trennung al dente“. Ich nehme dich darin mit auf meine Reise durch den Schmerz, die Ratlosigkeit, die Unentschlossenheit, die Wut, die Rachegelüste. Aber ich lade dich auch ein, mit mir wieder die Liebe, die Lebensfreude, die Aufbruchsstimmung, das Selbstbewusstsein und vor allem den Humor wieder neu zu entdecken. 

    Wenn gerade der erste Sturm der widerstreitenden Gefühle durch deinen Körper tobt, dann fehlt dir vielleicht der Austausch, das Gefühl „ich bin nicht allein“? Dieses Gefühl kann dir mein Buch geben. Du brauchst eine Freundin, die ähnliches erlebt hat und bereit ist, mit schonungsloser Offenheit davon zu erzählen, auch wenn sie selbst nicht immer gut dabei abschneidet? Lass mich diese Freundin für dich sein. Zum Austausch gehören natürlich immer (mindestens) zwei. Daher freue ich mich, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichtest. Oder beim Lesen meines Buches einfach nur denkst „ach das kenne ich auch“. Oder dir vielleicht ein „wie kann man nur so doof sein“ entfleucht, denn dann kann ich immer noch als schlechtes Beispiel dienen.

    Das Buch soll dich unterhaltsam durch eine schwere Zeit begleiten. Oder dich einfach nur unterhalten, wenn dir diese Erfahrungen erspart geblieben sind. Wir lesen ja auch gern von Erlebnissen anderer und fühlen, leiden, lieben, lachen mit ihnen. Das alles soll dir mein Buch bieten. Hier kannst du mich in der Leseprobe begleiten, wie ich versuche, eine filmreife Szene hinzulegen:

    Wenn du dich zum Newsletter anmeldest, erfährst du mehr über meine spannende Reise, auf der ich meine Geschichten mit meinen Leserinnen teilen möchte. Warum schreibe ich diese Bücher, wann und wie? Und wie finde ich mich im Selfpublishing-Dschungel zurecht? Und wie verträgt sich das alles mit meinem Brotberuf? Was ist das überhaupt für ein Beruf? Außerdem kannst du eine Gratis-Geschichte lesen über meinen Auswanderungsversuch nach Ägypten

  • Herzschmerz, Trennung, Liebeskummer: diese 5 Strategien wende ich dosiert an

    Wenn ich eine Trennung verarbeite, dann ist für mich nicht jede Strategie in jeder Phase die richtige. Bei mir laufen die Phasen auch nicht ordentlich hintereinander ab, sondern wild durcheinander. Manchmal glaube ich, eine Phase übersprungen zu haben, bis ich dann wieder in ein früheres Stadium zurück geworfen werde. Je nach Ratgeber wird der Liebeskummer in 4, 5 oder mehr Phasen eingeteilt. Letztendlich ist die Anzahl und die Reihenfolge auch egal. Durch den Kummer muss man durch und wenn man fertig ist, merkt man es ganz von selber. Manchmal helfen gewisse Strategien für einen Eintritt in eine neue Phase, ein andermal kann man sich mit derselben Strategie auch in einer Phase fest fahren.

    ABC-Darium

    Das habe ich als Instrument im Kreativen Schreiben kennen gelernt. Wobei es bei mir in diesem Fall eher Blockaden erzeugt als die Kreativität anzukurbeln. Wenn ich mir unter Zeitdruck zu einem fixen Thema etwas zu jedem Buchstaben ausdenken muss, fühle ich mich wie in der Schulzeit, wenn die Themen der Deutsch-Schularbeit ausgeteilt wurden und ich innerhalb der Schulstunde zu einem vorgegebenen Thema etwas schreiben musste. 

    Wenn ich unter Liebeskummer leide und geneigt bin, meinen Verflossenen zu glorifizieren, ist es eine wunderbare Möglichkeit, mich damit in die Phase der Wut zu katapultieren. Wut ist ein wertvolles Gefühl, auch wenn es nicht immer angenehm ist. Ich denke einfach zu jedem Buchstaben im Alphabet an eine negative Eigenschaft und noch lange vor dem Z bin ich entweder wütend auf den Typen oder im besten Fall froh, ihn los zu sein. Es aufzuschreiben, ist natürlich noch kraftvoller, aber unterwegs kann ich die Übung auch im Kopf machen. Und sie hilft mir sogar beim Einschlafen. Liebeskummer und Sorgen jeder Art halten mich oft nachts wach. Bei dieser Übung bin ich dann meist schon lange vor dem Z eingeschlafen. 

    Natürlich ist das kein Allheilmittel gegen den Kummer, der von der Wut nicht endgültig hinweg gefegt wird, aber es hilft für den Moment und der Rückfall wird mit jedem mal ein wenig kleiner. Es kann einen allerdings auch dazu verleiten, in der Wut stecken zu bleiben, anstatt sie hinter sich zu lassen.

    A alt – wie ihr in meinen Büchern lesen könnt, trifft das auf manche meiner Verflossenen zu. Sie sind älter als ich und nach der Trennung führe ich mir dann jedesmal die Nachteile einer solchen Konstellation vor Augen.

    B besserwisserisch – diese Eigenschaft trifft auf viele Menschen (und oft auch auf mich selber, aber das ist ja schließlich kein Ausschlusskriterium) zu und lässt sich deshalb oft und gern hier einbauen.

    C – hier muss ich schon ein wenig länger nachdenken. Um es nicht zu verkomplizieren, lasse ich oft einen Buchstaben aus und fülle ihn bei Gelegenheit, wenn mir etwas einfällt. Und für die Einschlaf-Übung kann es ganz gut sein, länger darüber zu sinnieren.

    Musik

    Welche Musik ich bei Liebeskummer höre, hängt auch sehr von Phase ab, in der ich gerade leide. Manchmal muss ich mich einfach in meinem Schmerz suhlen, und manchmal wird er dadurch auch ein wenig leichter hinterher. Oft gibt es auch einen Textschnipsel in einem Lied, der exakt auf meine Situation passt, der erklärt, warum die Trennung unausweichlich war und dann höre ich genau dieses Lied immer wieder. Gerne höre ich auch Lieder, zu denen ich tanze, mich lebendig und wild fühle. In meinem Buch „Trennung al dente“ spielt deswegen auch Musik eine Rolle.

    Kontraproduktiv ist bei mir hingegen das Hören eines Liedes, mit dem positive Erinnerungen in der Beziehung verknüpft sind. Deshalb lösche ich solche Songs nach der Trennung aus meiner Playlist, genauso wie ich Fotos, Karten und sonstige Erinnerungsstücke entsorge. Wobei ich da oft nicht mit der gebotenen Konsequenz vorgehe – ich verräume Fotos in einer Schachtel irgendwo ganz tief unten, ich schreibe die Telefonnummer auf einen Zettel, bevor ich sie aus dem Handyspeicher lösche und die „gemeinsamen“ Lieder vergisst man ja meist auch nicht und kann sie zu gegebener Zeit wieder hervorholen. Das finde ich auch nicht schlecht, denn wenn der Schmerz ausgestanden ist, kann man sich wieder daran erfreuen, dass man diese schönen Zeiten erleben durfte. 

    Reisen

    Ähnlich verhält es sich bei mir mit dem Reisen. Orte, an denen ich mit dem Verflossenen glücklich war, versuche ich nach einer Trennung tunlichst zu meiden, um nicht auch noch in einer frischen Wunde zu stochern.

    Das Entdecken neuer Plätze kann mir einen Stimmungsboost bescheren, oder auch das Gegenteil auslösen. Das Betrachten romantischer Sonnenuntergänge zum Beispiel löst bei mir zwangsläufig den Wunsch aus, das Naturschauspiel zu teilen. Hier kann es schon hilfreich sein, mit einer Freundin zu verreisen, anstatt allein.

    Was ich nach Trennungen gerne mache, sind Sport-Reisen, bei denen ich nicht zu viel zum Nachdenken komme. Freunde unterstellen mir dann manchmal, vor mir selbst weg zu laufen, aber das ist dann halt so. Alles was hilft, ist richtig. Und manchmal lerne ich dabei auch interessante Menschen kennen, so wie im dritten Teil meiner Trennungs-Trilogie.

    Sport

    Sport ist bei mir ein ganz wunderbares Mittel, mit dem ich mich so auspowern kann, dass ich sogar zum Trauern zu erledigt bin. Ebenso wie beim Reisen achte ich aber darauf, nicht zu viele „weißt-du-noch“ – Momente auszulösen. Ganz besonders meide ich am Anfang Sportstätten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, den Ex zu treffen. Wenn ich mich dann wieder dorthin wage, bin ich stolz, die nächste Stufe erklommen zu haben.

    Dating

    Ob diese Strategie hilfreich ist oder nicht, hängt ganz von den Erwartungen ab. In den Ratgebern wird meist davon abgeraten. Zuerst muss man die zerbrochene Beziehung verarbeitet haben, bevor man sich für eine neue öffnen kann. Das stimmt wahrscheinlich auch. Manchmal kann Dating aber auch ego-boostende Wirkung entfalten, auch wenn man nicht den Partner des Lebens trifft. Obwohl ich meine Dates in dieser Lebenslage ehrlicherweise schon mit diesem Wunsch im Hinterkopf getroffen habe.

    Und manchmal kann sich eine Verliebtheit ergeben, die einen über schwierige Zeiten trägt, ohne dass sich daraus eine tragfähige Partnerschaft entwickelt. Und das ist dann auch gut. So wie es mir in „Trennung al dente“ passiert ist.

  • Herzschmerz, Trennung und Seitensprung: 5 Bücher, die mir geholfen haben

    Herzschmerz, Trennung und Seitensprung: 5 Bücher, die mir geholfen haben

    Manchmal beginnt es mit einem Seitensprung. Ein Seitensprung muss ja nicht zwangsläufig zu einer Trennung führen. Trotzdem ist er mit enormem Schmerz verbunden, egal wie die Geschichte sich entwickelt. In meinem Fall war ich auf der Suche nach Hilfe, damit die Geschichte sich möglichst in die richtige Richtung entwickelt. Aber was ist überhaupt die richtige Richtung? Im Orkan der Gefühle konnte ich das unmöglich ausmachen, ich brauchte einen Kompass. 

    Die Ratschläge eines Eheberaters waren mehr als skurril, wie ich fand. Trotzdem versuchte ich sie zu befolgen, obwohl sie mich teilweise an meine Grenzen brachten. In meinem Buch „Trennung al dente“ habe ich die Ratlosigkeit in der dieser stürmischen Zeit verarbeitet. Mehr über mein Buch könnt ihr hier erfahren:

    Auch in Ratgeber-Literatur suche ich immer wieder nach Hilfe. Daher möchte ich hier eine kleine Auswahl dazu geben. Zu aller erst möchte ich festhalten, dass es sich hier keineswegs um Rezensionen im herkömmlichen Sinn handelt. Ich schreibe nur auf, was ich in meiner Situation für mich daraus mit nehmen konnte. Oder eben auch nicht. Würde ich heute diese Bücher lesen, würde ich völlig andere Schlüsse daraus ziehen. Und vielleicht wäre das keine schlecht Idee. Zumindest bei der Nummer eins:

    Mathias Jung „Außen Beziehung“

    2. Auflage 2005, emu Verlag, ISBN 3-89189-095-8

    Dieses Buch sollte man eigentlich vorbeugend lesen. Aber wer würde so etwas schon machen? Kurz nachdem ich die Affäre meines Mannes entdeckt hatte, fiel es mir schwer, mich auf den Inhalt einzulassen. Viel zu sehr war ich in meiner schwarz-weißen Welt gefangen mit dem Untreuen als Schuldigen und dem Betrogenen als Opfer. Dieses Buch geht sehr viel tiefer an die Wurzeln und Ursachen der Eheprobleme. Aufgelockert wird das ganze durch zahlreiche Zitate und Karikaturen. Vielleicht sollte ich es jetzt noch einmal lesen, quasi prophylaktisch.

    Hans Jellouschek „Warum hast du mir das angetan?“

    12. Auflage 2011, PIPER, ISBN 978-3-492-23892-2

    Dieser Titel spiegelte schon sehr viel mehr meine damalige Gefühlslage und meine Geisteshaltung wieder. Wie konnte er mir das nur antun. Im Klappentext wird vom Schock geschrieben, den der Betrogene erlebt. Trotzdem müsse das nicht der Tod der Beziehung sein. Diese Aussicht verlockte mich zum Kauf. 

    Im Buch werden die Dreiecksgeschichten dreier Paare beschrieben. Auch das ist für mich meist hilfreicher als nur graue Theorie. Ich habe mir viele Stellen im Buch markiert. Und hätten wir den einen oder anderen Ratschlag befolgt, hätten wir uns vielleicht die eine oder andere Schleife sparen können. Zwischen Wissen und Tun liegen eben immer noch Welten. Aber immerhin war dieses Buch eine Hilfe um zu verstehen, was da gerade mit uns passiert. Sollte ich noch einmal in diese Lebenslage geraten, werde ich es auf alle Fälle wieder lesen. Und dabei feststellen, ob dabei die gleichen Stellen markierenswert erscheinen wie beim ersten Mal. 

    Andrew G. Marshall „Kann ich dir jemals wieder vertrauen? So bewältigen Sie den Seitensprung ihres Partners“

    1. Auflage 2011, Goldmann, ISBN 978-3-442-17228-3

    Bei diesem Buch war ich gedanklich schon einen Schritt weiter. Ich wollte die Beziehung retten und fragte mich, ob ich wieder vertrauen könne. Aus dem Buch erhoffte ich mir nicht nur die Beantwortung der Frage, sondern auch ein Kochrezept, wie das gelingen könne. Im Buch werden die sieben Phasen beschrieben, die Paare von der Aufdeckung der Affäre bis zum Neuanfang durchlaufen. Ich fühlte mich durch den Schreibstil und die Schilderung der Beispiel-Paare durchaus abgeholt.  Auch in diesem Exemplar von mir finden sich zahlreiche Unterstreichungen und ich versuchte, Tipps zu befolgen. Die Sache hatte nur einen Haken. An der Umsetzung müssen beide Partner gemeinsam arbeiten. In der vierten Phase „Hoffnung“ sind wir grandios gescheitert an der Frage, wie der Kontakt zur verflossenen Affäre zu handhaben ist. In „Trennung al dente“ könnt ihr auch dieses Scheitern verfolgen.

    Sollte ich wieder in diese Lebenslage gelangen, werde ich es meinen Partner lesen lassen als Anleitung, wie er mein Vertrauen wieder gewinnen kann. Wenn er das entweder ablehnt oder nicht auf die Reihe kriegt, weiß ich, dass ich die Frage aus dem Titel mit „NEIN“ beantworten kann.

    Elena-Katharina Sohn “Goodbye Herzschmerz- eine Anleitung zum Wieder-Glücklichsein“

    Ullstein 2016, ISBN 978-3-8437-1213-2

    Das ist so ein wunderbares Buch! Ich fühlte mich nicht nur abgeholt, sondern stellenweise auch an der Hand genommen und manchmal sogar umarmt von den liebevollen Worten. Wie der Titel schon sagt, geht es hier nicht nur um den klassischen Liebeskummer der Verlassenen. Es gibt viele Spielarten davon und jede Art von Herzschmerz hat seine Berechtigung, auch wenn man sich das manchmal nicht zugestehen mag. Man kann sich schließlich nicht „verfühlen“.

    Obwohl ich mich natürlich auch wieder nicht manche Ratschläge gehalten habe. Die Frage „soll ich mich bei einer Dating-Börse anmelden“ wird definitiv mit NEIN beantwortet. Wie ihr in meinem Buch lesen könnt, war meine gegenteilige Strategie nicht sehr erfolgreich. 

    Ich hoffe zwar, dass ich nicht mehr in diese Lage geraten werde, aber wenn, weiß ich wenigstens, was ich als erstes lesen werde.

    Jos Willems, Birgit Appeldoorn, Maaike Goyens „Als Paar getrennt, als Eltern zusammen. Wie eine gemeinsame Erziehung nach der Trennung gelingt.“

    Patmos Verlag 2015, ISBN 978-3-8436-0573-1

    Dieses Buch betrifft den aus meiner Sicht hässlichsten Aspekt der Trennung. Die Folgen für die gemeinsamen Kinder. Für mich war das Auseinanderbrechen der Familie am Anfang meiner Trennungsgeschichte so unvorstellbar, dass ich dachte, alles ertragen zu müssen, um diese Familie aufrecht erhalten zu können. Das beinhaltet schon zwei Denkfehler. Erstens liegt es nicht immer in der Macht des Einzelnen. Wenn der Partner geht, dann tut der das. Zweitens ist ein verkrampftes Zusammenbleiben nicht zwangsläufig das beste für die Kinder, auch wenn ich das lange Zeit glaubte. 

    Dieses Buch kann eine gute Hilfestellung sein auf der Suche nach dem besten Weg für alle Beteiligten. Auch hier helfen zahlreiche Beispiele dabei, die Perspektive zu wechseln und das ganze auch mal aus Sicht der Kinder zu sehen, anstatt in eigenen Glaubenssätzen gefangen zu bleiben.

  • Herzschmerz, Trennung, Seitensprung: diese 5 Strategien haben mir geholfen

    Jeder Mensch ist anders. Jede Beziehung ist anders. Jede Trennung ist anders. Daher gibt es keine allgemein gültigen Tipps gegen Trennungsschmerz. Was dem einen hilft, kann für den anderen die Qual verstärken. Jeder muss für sich selbst den passenden Weg finden. Hier findet ihr Strategien, die mir geholfen haben und vielleicht ist ja was für euch dabei

    1. Schreiben

    Welch Überraschung. Wenn ich hier schon einen Blog schreibe, so wird mir das ja wohl einigermaßen Spass machen. Und was Spass macht, ist immer gut, auch und besonders, wenn es einem nicht so gut geht. Schreiben ist für mich Balsam für die Seele in so gut wie jeder Lebenslage. Schon als Teenager habe ich meine Gedanken in einem Tagebuch schweifen lassen, damals noch auf Papier, an dessen Rand sich viele Herzchen fanden, manche auch mit einem Sprung oder von einem Pfeil durchbohrt. Da ich nicht gern mit der Hand schreibe (und das nachher auch nicht mehr lesen kann), schreibe ich mein Tagebuch jetzt am Laptop. Manchmal sogar am Handy mit einer externen USB-Tastatur, wenn ich im Bus schreibe. Durch Schreiben kann ich mich an einen anderen Ort beamen, wenn mir der gegenwärtige grad nicht behagt. Was im Bus öfter mal der Fall ist.

    Auch während meiner Trennung und Scheidung habe ich Tagebuch geschrieben. Das ist war an den Anfängen dieser Ereignisse dermaßen schmerzerfüllt, dass ich es nicht als Basis für mein Buch „Trennung al dente“ benutzen mochte.  Ich wollte es nicht einmal mehr lesen. Viel zu traurig. Statt dessen habe ich die Trennung aus der Sicht meines heutigen Ich beschrieben. Hier kannst du mehr über das Buch erfahren, in dem ich die Geschichte meiner Trennung beschreibe:

    2. Lesen

    Das ist schon etwas schwieriger als Schreiben. Mit spannenden Geschichten kann ich mich zwar auch an einen anderen Ort und in eine andere Zeit beamen, aber dafür brauche ich das Geschriebene als Transportmittel. Während meiner Trennung fiel es mir schwer, jegliche Art von Liebesgeschichte zu ertragen. Das engte die Auswahl enorm ein. Zurück blieben Krimis, die ich vorher eigentlich nicht so mochte. Die Vorliebe habe ich aus dieser Zeit beibehalten.

    Was ich aber in herausfordernden Zeiten gerne lese, sind Ratgeber aller Art. Manche lese ich zu Ende, andere nicht. Manche befolge ich sogar. Zumindest teilweise. Eine Auswahl der Ratgeber, die mir geholfen haben, findet ihr hier: Herzschmerz, Trennung und Seitensprung: 5 Bücher, die mir geholfen haben. 

    Am Anfang meiner Trennungsgeschichte wußte ich ja noch nicht, ob mir wirklich eine Trennung bevorsteht, oder ich „nur“ einen Seitensprung zu bewältigen habe.

    Noch lieber als Ratgeber lese ich aber persönliche Geschichten, um zu erfahren, wie es anderen dabei ergangen ist. Erstaunlicherweise habe ich  nicht viele dazu gefunden. Obwohl es ja eigentlich statistisch gesehen fast die Hälfte der Frauen betreffen sollte. Unter anderem deswegen musste ich meine Trennungsgeschichte aufschreiben. Man soll ja das Buch schreiben, das man selber gerne lesen würde.

    3. Austausch

    Zuerst wollte ich hier „Freunde“ schreiben, aber das stimmt für mich persönlich nur bedingt. Erstens hatte ich am Anfang meiner Trennungsgeschichte kaum welche – vielleicht gibt es ja auch andere Frauen, die während einer langjährigen Beziehung ihre Freundschaften vernachlässigten. Ich gehe aber davon aus, dass die meisten Frauen diesbezüglich klüger sind als ich. Das Zusammensein mit Pärchen ist für mich als Frisch-Getrennte auch nicht unbedingt hilfreich. Manchmal hat man das Glück (für die Freundin ist es dann allerdings Pech), eine Freundin in ähnlicher Lebenslage zu haben. Dann kann man stundenlang zusammen die Gedanken und Handlungsstränge sezieren und gemeinsam nach Bewältigungsstrategien suchen. 

    Was mir besonders hilft, ist eine Mischung aus Schreiben und Lesen. Ich liebe Foren. Für jede Lebenslage finde ich Foren mit Gleichgesinnten, während ich meist nicht für jede Lebenslage Freunde mit genau den gleichen Problemen habe. Dort liest man Geschichten, die zumindest zum Teil der eigenen ähneln und das Gefühl „ich bin nicht allein“ kann ein sehr heilsames sein. Die eigene Geschichte dort zu teilen, kann auch sehr heilsam sein. Und meist findet man sogar Zuspruch oder Tipps dafür. Foren sind für mich die ideale Kombination aus Lesen und schreiben.

    Wenn ihr das auch so seht, dann soll mein Buch „Trennung al dente“ auch so etwas wie ein Forum für euch sein. Ihr könnt meine Geschichte lesen und ich freue mich, wenn ihr eure Sichtweisen oder Erlebnisse dazu mit mir teilt.

    4. Neues

    Nach so viel Bauchnabelschau mit Schreiben, Lesen und Austausch über das Vergangene ist es Zeit, den Blick nach vorne zu richten. Manchmal reichen für mich hier schon Kleinigkeiten. Ich mache andere Dinge als mit meinem Ex-Partner oder ich mache Dinge anders als mit meinem Ex-Partner. Da mein Mann immer strikt gegen die Anschaffung eines Haustieres war, ist in der Woche nach seinem Auszug unser Kater Simba eingezogen. Dieses neue Familienmitglied brachte viele Veränderungen des Alltags und viele neue Erlebnisse mit sich. Natürlich kann oder möchte sich nicht jede und jeder ein Haustier zulegen. Auch der oft zitierte und trivial klingende Rat eines neues Hobbys kann zumindest zeitweise beinahe Wunder wirken. Beim Klettern muss ich mich komplett auf den nächsten Zug fokussieren, alles andere ist ausgeschaltet. Das gleiche gilt für Musik. Und bei manchen Hobbys kann man auch neue Menschen kennen lernen.

    Manchmal haben mich auch ganz triviale Veränderungen mit Genugtuung erfüllt. Zum Beispiel wenn ich die Markise über Nacht unten lasse, während mein Mann immer penibel darauf bestanden hat, dass sie am Abend hochgekurbelt wird. Oder den Geschirrspüler auch mal eingeschaltet habe, bevor er komplett überladen war. Ich hatte auch mit den Gedanken an eine neue Wohnung gespielt, aber da hab ich mich den Wünschen der Kinder gefügt. Jede Trennung ist unterschiedlich und birgt unterschiedliche Möglichkeiten, für sich Neues zu entdecken.

    5. Ziele

    Das ergibt sich manchmal aus dem Neuen, steht für mich aber in einem größeren Kontext. Meine Seele mag es, wenn ich mir Ziele setze, auf die ich hinarbeite und die ich dann auch erreiche. Nach einer Trennung sind es vorzugsweise Ziele, die mit dem Partner nicht möglich waren, oder wo ich mich gegen seine Wünsch hätte durchsetzen müssen.

    Die Besteigung eines bestimmten Berges ist für mich so ein Ziel. Ich arbeite monatelang an meiner Kondition, um das Ziel zu erreichen. Oder eine bestimmte Reise mit aufwändiger Planung und Vorbereitung. Nach meinen Trennungen habe ich mir meist eine Liste gemacht mit fünf Dingen, die ich erreichen möchte und auch den Zeitpunkt dazugeschrieben, wann ich es spätestens erreicht haben möchte. Dazu gehörte bei mir zum Beispiel auch „Freunde zu Essen einladen“, was für andere ein ganz alltäglicher und trivialer Vorgang sein mag. Jeder Mensch ist anders und somit sind auch seine Ziele anders.